Das Telligenmännchen

 

Zwischen den Gemarkungen von Briedern und Mesenich fließt der Telligen Bach vom Waldrand durch Weinbergsland bis zur Mosel. Sein Name ist bei den Einwohnern der Dörfer bis in die heutige Zeit mit einem Spuk verbunden.

Wohl bereits in Napoleonischer Zeit hatte ein Mann aus Briedern ein Haus in Mesenich verkauft und dafür eine große Geldsumme eingehandelt. Vertrauensselig wie der gute Mann nun einmal war, hatte er nichtsahnend seinem Nachbarn von dem glücklichen Handel erzählt. Dieser aber war ein hinterhältiger Geselle und sann darüber nach, wie er dem gutgläubigen Mann das Geld entreißen könne.

Als endlich der Tag gekommen war, an dem der Briederner den Verkaufserlös in Mesenich abholen wollte, folgte ihm der Nachbar heimlich auf den Fersen.

Nun war es so, dass drei Wege die beiden Orte miteinander verbanden. Der eine war breit und führte dicht am Moselufer entlang, der andere war schmal und schmiegte sich eng an den steilen Moselberg. Der dritte führte anstrengend hoch über den Wacholder. Weil aber der Bösewicht nicht wusste, welchen Heimweg der Nachbar wählen würde, hatte er ihn vorher unter einem Vorwand nach seinem sicheren Weg ausgefragt: „Man kann ja nie wissen, was passiert“. So legte er sich nahe der Steinbrücke (heute an der L98) zur Lauer.

Als die Dunkelheit hereingebrochen war, ertönten plötzlich von fern der Schritte des Heimkehrers. Der Bösewicht zog ein gespanntes Seil stramm, und der nichtsahnende Mann stolperte über das Hindernis. Er prallte so heftig auf den steinigen Boden, dass er die Besinnung verlor. Diesen Augenblick nutzte der Bösewicht, nahm einen bereitgelegten Weinbergspfahl, eilte zu dem Bewusstlosen und erschlug ihn ohne langes Federlesen. Darauf durchwühlte er die Taschen des Ermordeten. Aber - aus welchem Grund auch immer - der Kaufpreis wurde in Mesenich dennoch nicht übergeben, mit leeren Taschen musste der Verkäufer wieder den Heimweg antreten. So fand der Unhold nicht den erhofften Beutel voller Golddukaten, sondern nur einen einzigen erbärmlichen Batzen. Den warf er zornig weg und durchsuchte noch einmal hastig alle Taschen, fand aber nichts weiter als einen Zettel und einen Schreibstift. Vor Wut bebend schrieb er darauf: „Für einen Batzen hab ich ihn erschlagen“. Dann steckte er den Zettel an den Hut des Ermordeten und hängte ihn an einen Weinbergspfahl. Den Toten schleppte er zur Mosel hinunter und warf ihn hinein. Dreimal schwemmte der Fluss die Leiche wieder ans Ufer, aber jedes Mal beförderte der Mörder sie wieder mit einem Fußtritt zurück ins Wasser. Erst vor Briedern trieb sie schließlich ab.

Niemand hatte die Mordtat mit angesehen, es gab keine Zeugen. So blieb der Täter unentdeckt und der Mord ungesühnt. Nach seinem Tode aber fand der Verbrecher keine Ruhe im Grab. Vielen Leuten aus Briedern und Mesenich ist er schon bei Nacht und Nebel am Telligen Bach begegnet, wenn er, über seine Mordtat sinnend, unstet zwischen Büschen und Strauchwerk umherirrte. Früher riefen die Kinder aus Briedern und Mesenich, wenn sie einander erschrecken wollte: „Der Telligen Mann kriegt dich!“. Und noch in heutigen Tagen kommt es immer wieder vor, dass er nahe des Grenzbaches Wanderer zum Stolpern bringt, Radfahrer aus dem Sattel stößt oder sogar Fahrzeuge vom Weg abbringt.

[zusammengetragen von Martin Arens, Mesenich]

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